Das beste Makro Objektiv!

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Das beste Makro Objektiv? Gibt es das wirklich? Nein. Jedes Makro-Objektiv hat Vor- und Nachteile. Es kommt in erster Linie darauf an was man wo und wie man es fotografieren möchte. Zum einen ist es vom Motiv abhängig. Zum anderen von der verfügbaren Kamera und Zubehör. Es gibt endlos viele Makro-Motive. Für manche Motive ist ein Makro-Objektiv mit normaler Brennweite das Optimum. Für andere Fotomotive im Makrobereich braucht man ein Tele-Makro. Und die Gewohnheiten und Erwartungen des Fotografen spielt auch eine Rolle. Der eine Fotograf mag lieber von Hand die Entfernung einstellen. Gerade im Makrobereich erfüllt ein Autofokus nicht immer den Erwartungen. Ein anderer Fotograf verlässt sich dennoch lieber auf die automatische Scharfeinstellung.

Je intensiver man sich mit der Makrofotografie beschäftigt, desto größer wird der Wunsch für das ein oder andere Zubehör oder Makroobjektiv steigen. Ich habe derzeit 2 Makroobjektive. 60 mm und 80 mm für eine Fuji APS-C Kamera. Dazu gesellen sich noch zwei Zwischenringe mit Automatikfunktion, 2 Vorsatzachromate, M42 Zwischenringe, M42 Balgengerät und passend darauf ein Schneider Vergrößerungsobjektiv Componon S 2,8/50 welches in Retrostellung für extreme Makros genutzt wird.

Wozu solch eine Vielfalt? Für unterschiedliche Motive an unterschiedlichen Aufnahmeorten. Im Fotostudio vom Stativ nutze ich meist das 60 mm. Aber auch im Freien, wenn die Fotoausrüstung leicht sein soll, kommt es häufig zum Einsatz. Manch Fuji-Freak meint, daß das XF 60 kein Makro ist, da es nur bis 1:2 Abbildungsmaßstab kann. Unsinn. Der Bildausschnitt ist wie 1:1 beim Vollformat! Passt optimal, wenn man seine alten Dias digitalisieren will! Das XF 80 mm ist schon unhandlicher und schwerer. Kann aber bis 1:1 an ein Motiv und hat einen Bildstabilisator und einen schnelleren Autofokus. Ich setze es gerne im Außenbereich zum fotografieren von Blumen und Insekten ein. Der Bildstabilisator lässt oft noch Aufnahmen aus der freien Hand zu. Etwas mehr Tele und man kann auch mal eine Blume besser freistellen. Das beste an beiden Fuji-Makro-Objektiven ist, daß diese mit der X-T2 auch für automatisiertes Focus Stacking genutzt werden kann. Das nutze ich für Produktfotos und Makrofotos im Freien sehr oft.

Elstar Äpfel mit Focus Stacking
Elstar Äpfel mit Focus Stacking

Wozu noch Zwischenringe, Balgengerät und eine Vergrößerungsobjektiv? Das sind noch Überbleibsel aus meiner Nikon-Zeit. Da ich die M42 Anschlüße auch an die Fuji X adaptieren kann, durften diese Fotogeräte bleiben. Das Schneider Componon eignet sich hervorragend für Aufnahmen im Abbildungsmaßstab 3:1. Das Objektiv wird in Retrostellung über Zwischenringe oder ein Balgengerät genutzt. In dem Abbildungsmaßstab muß man mit Focus Stacking arbeiten. Dazu kommt die Kamera auf ein Stativ. Das Motiv auf einen Kreuztisch. Das Motiv wird in den Schärfebereich bewegt. Danach erfolgen die Einzelaufnahmen. Dazu wird das Motiv in kleinen Schritten zur Kamera bewegt. Die Bewegung erfolgt über einen Feintrieb im Kreuztisch.

Proxxon KT70 Kreuztisch
Proxxon KT70 Kreuztisch

Der Kreuzstisch muß sehr gut befestigt sein. Sonst gibt es Verwacklungen und der ganze Aufwand war umsonst. Wenn alles funktioniert hat, kann man eindrucksvolle Extrem-Makros machen.

Stubenfliege von der Seite
Stubenfliege von der Seite

Wie man sieht kann die Makrofotografie sehr vielfältig sein. Inzwischen bin ich aber am tüfteln, ob ich diese manuelle und aufwändige Methode nicht mit dem Fuji XF 80 mm ersetzen kann. Da bin ich aber noch am testen. Dazu habe ich mir einen Raynox DCR-250 Vorsatzachromaten gekauft. Mit 8 Dioptrien sollte mit dem 80 mm ein Abbildungsmaßstab von 2,5:1 möglich sein? Aber das muß ich noch testen. Ob da noch der Autofokus funktioniert? Egal, hauptsache das Focus-Stacking wäre automatisiert möglich. Dann könnte ich den Balgen und die Zwischenringe einlagern oder wieder verkaufen.

Das beste Makro-Objektiv!

Je nach Motiv und Einsatzbereich kann das ganz unterschiedlich sein. Der Vorteil eines echten Makro-Objektives ist, daß es für den Nahbereich korrigiert und berechnet worden ist. Es gibt keine optische schlechten Makro-Objektive. Meist sind das sogar die schärfsten Objektive eines Herstellers. Mit einem Makro-Objektiv hat man schon einmal die bestmöglichste optische Qualität.

Eine ähnlich gute bis sehr gute optische Qualität im Nahbereich erreichen viele Normalbrennweiten und Weitwinkelobjektive in Retrostellung. Aber auch manch gutes Vergrößerungsobjektiv ist für den Nahbereich gerechnet und eignet sich auch für die Makrofotografie. Allerdings muß man solch ein Objektiv mit Retroring oder über Zwischenringe und Adapter an ein bestehendes Kamerasystem anpassen. Zudem verliert man viele Automatismen. Alles muß von Hand eingesetellt. Bei statischen Motiven ist das möglich. Bei bewegten Motiven wird es eine Herausforderung.

Makro-Objektive gibt es oft mit Autofokus. Manchmal aber auch nur mit manueller Fokussierung. Das ist Ansichtssache. Ich mag lieber ein Makro-Objektiv mit Autofokus. Bei modernen Kameras und Objektiven funktioniert der Autofokus meist sehr gut. Lediglich im extremeren Makrobereich ist die manuelle Fokussierung präziser. Wer nur im Extrembereich dem kann ein manueller Fokus ausreichen. Allerdings verliert er bei diesen Objektiven derzeit meist die Möglichkeit von automatischen Focus Stacking mit der Kamera. Allerdings kann das nicht jede Kamera.

Weitere hilfreiche Eigenschaften eines Makro-Objektives sind eine mögiche Begrenzung des Fokussierbereiches. So kann man das fokussieren im Nahbereich einschränken. Dann sucht der Autofokus nicht endlos lange im Unendlichbereich. Er fokussiert schneller. Einige der Top-Makro-Objektive haben auch einen Bildstabilisator. Gerade im Nahbereich hat man oft mit Lichtmangel zu kämpfen. Ein Bildstabilisiator verbessert die Chancen auf verwacklungsfreie Aufnahmen spürbar.

Das beste Makro-Objektiv für dich!

Was willst du fotografieren? Keine Ahnung? Dann wird es schwer.

Für statische Motive reicht meist ein Makro-Objektiv mit Normalbrennweite aus. Bei MFT sind das etwa 30 mm Brennweite. Bei APS-C 40 – 60 mm Brennweite. Und beim Vollformat um die 60 mm.

Eichenblatt im Gegenlicht
Eichenblatt im Gegenlicht

Wenn du besser freistellen willst. Damit meine ich wenn der Hintergrund mehr Unschärfe haben soll. Oder wenn du kleine Tiere die sich bewegen fotografieren möchtest. Dann wäre ein leichtes bis mittleres Tele die bessere Wahl. Bei MFT wären das 45 bis 60 mm Brennweite. Bei APS-C gibt Brennweiten von 80 bis 200 mm. Und bei Vollformat sind 105 bis 200 mm Brennweite möglich.

Und wenn ihr beides fotografier? Wenn ihr das Geld habt, kauft euch zwei Makro-Objektive. Ich habe das auch getan. Das 60 mm (APS-C) für Aufnahmen im Fotostudio. Und das 80 mm mit Bildstabilisator für Aufnahmen im Freien. Für Blumen und kleine Tierchen genau richtig.

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