Für Canon-RF-Kameras ist das RF 100 mm F2,8 L Macro IS USM das beste Makroobjektiv. Es erreicht 1,4:1 und hat einen Hybrid-Bildstabilisator. Günstigere Alternativen sind die Halbmakros RF 35 mm und RF 85 mm mit 1:2 oder gebrauchte EF-Makros mit Adapter. Für extreme Vergrößerungen gibt es das MP-E 65 mm und das Laowa 25 mm.
Canon gehört zu einer der älteren Kamera- und Objektiv-Herstellern. Gegründet wurde das Unternehmen 1937. Ursprüngliches Unternehmensziel waren preisgünstigere Nachbauten der damaligen Leica und Contax Kameras. Bei den Nachbauten blieb es allerdings nicht. Man entwickelte eigene Sucherkameras mit wesentlichen technischen Neuerungen.
1964 brachte Canon die erste eigene Spiegelreflexkamera FX auf den Markt. Die Nachfrage nach Spiegelreflexkameras stieg in den 60er Jahren stark an. Die spätere FTb und EF waren bei den Verbrauchern beliebte Spiegelreflexkameras. 1971 kam die Canon F-1 als erste Profikamera auf den Markt. Als Profigerät konnte sich die Kamera auch dank des breiten Objektiv- und Zubehör-Spektrums bei Canon etablieren. Bis heute nutzen viele Berufsfotografen Canon-Kameras. 1976 kam die Canon AE-1 auf den Markt. Technisch war die Kamera ein Meilenstein der Fotogeschichte. Es war die erste Kamera, wo die Belichtung durch einen CPU gesteuert wurde. Das Folgemodell AE-1 Programm setzte mit Programmautomatik noch ein weiteres technisches Feature oben drauf. Und die Canon A-1 war 1978 der erste Mehrfachautomat!
1983 brachte Canon die T-Serie auf den Markt. Die Modellreihe glänzte durch einen eingebauten Winder oder Motorantrieb. Der Film musste nicht mehr von Hand weitertransportiert werden.
1987 kam die erste Canon EOS mit EF-Bajonett auf den Markt. Ein lauter Aufschrei ging durch das Lager der Canon-Fans. Ein neues Bajonett. Alte Objektive konnten nicht mehr mit der neuen Technik genutzt werden. Das neue Bajonett brachte allerdings den Autofokus in die Canonwelt. Im Handel werden noch teilweise EOS-Kameras mit EF-Bajonett angeboten. Canon entwickelt allerdings keine neuen Spiegelreflexkameras. Diese werden von Systemkameras mit EOS-M und EOS-R Bajonett abgelöst.
2012 kamen die ersten Systemkameras mit dem EOS-M Bajonett auf den Markt. 2018 folgten die EOS-R Anschlüsse für Vollformat-Systemkameras.
Bei den Spiegelreflexkameras hat man für APS-C und Vollformatkameras den EF-Anschluss. Auf eine Kamera mit APS-C-Sensor kann man beide Objektivarten verwenden. Auf einer Vollformat allerdings nur die Objektive, welche auch für Vollformat konstruiert und berechnet wurden. EF = Vollformat. EF-S = APS-C. Heute setzt Canon ganz auf das RF-System für Vollformat und APS-C. EF- und EF-S-Objektive funktionieren per Adapter weiter. Das EOS-M-System wurde eingestellt.
Inhaltsverzeichnis
Canon-Makroobjektive im Überblick
Die Tabelle zeigt dir alle Canon-Makroobjektive für die aktuellen RF-Kameras und für die älteren EF-, EF-S- und EF-M-Systeme. EF- und EF-S-Objektive kannst du mit dem Adapter EF-EOS R ohne Einschränkungen an jeder RF-Kamera verwenden.
| Objektiv | Anschluss | Sensor | Max. Abbildungsmaßstab | Bildstabilisator |
|---|---|---|---|---|
| RF 100 mm F2,8 L Macro IS USM* | RF | Vollformat | 1,4:1 | ja (Hybrid-IS) |
| RF 85 mm F2 Macro IS STM* | RF | Vollformat | 1:2 | ja |
| RF 35 mm F1,8 Macro IS STM | RF | Vollformat | 1:2 | ja |
| RF 24 mm F1,8 Macro IS STM | RF | Vollformat | 1:2 | ja |
| EF 100 mm f/2,8 L Macro IS USM | EF | Vollformat | 1:1 | ja (Hybrid-IS) |
| EF 100 mm f/2,8 Macro USM | EF | Vollformat | 1:1 | nein |
| EF 180 mm f/3,5 L Macro USM | EF | Vollformat | 1:1 | nein |
| EF 50 mm f/2,5 Compact Macro | EF | Vollformat | 1:2 | nein |
| MP-E 65 mm f/2,8 1–5x Macro | EF | Vollformat | 5:1 | nein |
| EF-S 60 mm f/2,8 Macro USM | EF-S | APS-C | 1:1 | nein |
| EF-S 35 mm f/2,8 Macro IS STM | EF-S | APS-C | 1:1 | ja, mit LED-Ringlicht |
| EF-M 28 mm f/3,5 Macro IS STM | EF-M | APS-C | 1,2:1 (Super-Makro-Modus) | ja, mit LED-Ringlicht |
Herstellerangaben. Einige EF-, EF-S- und EF-M-Objektive sind nur noch gebraucht erhältlich. EF-M-Objektive passen nicht an RF-Kameras.
Wer noch eine EOS-Objektiv hat und dieses eine EOS-R Systemkamera verwenden will, kann dies über den Canon Bajonettadapter EF-EOS R* realisieren.
Canon Makroobjektive für EOS EF Voll- und Halbformat
Die Objektive für Spiegelreflexkameras für das Vollformat können auch auf Kameras für APS-C verwendet werden. Meist sind diese allerdings auch spürbar teurer. In der Praxis ist solch ein Kauf nur sinnvoll, wenn es für APS-C kein vergleichbares Objektiv gibt oder man mit dem Gedanken spielt auf das Vollformat zu wechseln oder man hat bereits Kameras von beiden Aufnahmeformaten.
Ich persönlich arbeite sehr häufig mit einer 100 mm Brennweite. Aber das ist zum einen Gewohnheit und auch stark von den zu fotografierenden Motiven abhängig. Das 2,8/100 mm USM ist für ein Canon-Objektiv relativ günstig. Das 2,8/100 mm IS USM L kostet gut doppelt soviel. Dafür bietet es einen Bildstabilisator und hat noch eine asphärische Linse integriert. Ob einem der doppelte Preis wert ist muss jeder für sich selbst entscheiden. Zum Thema Bildstabilisator. Wer einmal damit fotografiert hat wird ihn nicht mehr missen wollen. Gerade im Nahbereich ist Licht häufig zu wenig vorhanden. Da ist man sehr oft über einen Bildstabilisator froh, da sich so mehr Motive ohne Verwacklungen realisieren lassen.
Mit einem Objektivadapter können diese Objektive auch mit EOS-R Kameras verwendet werden.
Canon Makroobjektive für EOS-R für Systemkameras
Das EOS-R-System ist Canons spiegelloses Kamerasystem. Es kam 2018 mit der EOS R auf den Markt und hat das Spiegelreflexsystem mit EF-Anschluss inzwischen abgelöst.
Herzstück ist das RF-Bajonett. Es hat wie das EF-Bajonett einen Durchmesser von 54 mm. Das Auflagemaß ist mit 20 mm aber deutlich kürzer als beim EF-System mit 44 mm. Dadurch können Objektive kompakter und lichtstärker gebaut werden. Zwölf statt acht elektrische Kontakte sorgen für eine schnelle Datenübertragung zwischen Kamera und Objektiv. Viele RF-Objektive haben einen zusätzlichen Steuerring, auf den du zum Beispiel ISO oder Belichtungskorrektur legen kannst.
Das System umfasst Kameras mit Vollformat- und APS-C-Sensor. Für APS-C gibt es eigene, kleinere RF-S-Objektive. Viele Modelle haben einen Bildstabilisator im Gehäuse und den Dual-Pixel-Autofokus mit Motiverkennung für Augen, Gesichter und Tiere. Fremdhersteller bieten inzwischen ebenfalls Objektive mit RF-Anschluss an.
Für Makrofotografen interessant: Der elektronische Sucher zeigt die Belichtung schon vor der Aufnahme, und viele Kameras bieten Focus Bracketing, teilweise mit Verrechnung direkt in der Kamera. Über den Adapter EF-EOS R lassen sich alle EF- und EF-S-Objektive ohne Funktionsverlust weiter nutzen.
Canon Makroobjektive für EOS-M Systemkameras
Die Baureihe EOS-M wurde eingestellt. Canon entwickelt nur noch die Baureihe für die EOS-R weiter. Vereinzelt gibt es noch als Restposten Objektive im Handel oder über den Gebrauchtmarkt. Teilweise gibt es auch noch neue Makroobjektive von Fremdherstellern wie Laowa.
Alternative Makroobjektive von Fremdherstellern für Canon
Für das RF-Bajonett gibt es inzwischen viele Makroobjektive von Fremdherstellern. Fast alle werden manuell scharfgestellt. Das ist im Makrobereich aber kein großer Nachteil, weil man dort oft ohnehin manuell fokussiert. Viele dieser Objektive erreichen sogar den Abbildungsmaßstab 2:1 und kosten deutlich weniger als das Canon RF 100 mm L.
| Objektiv | Sensor | Max. Abbildungsmaßstab | Fokus | Besonderheit |
|---|---|---|---|---|
| Laowa 100 mm f/2,8 2x Ultra Macro APO* | Vollformat – RF | 2:1 | manuell | Klassische Makro-Brennweite mit doppelter Vergrößerung |
| Laowa 90 mm f/2,8 2x Ultra Macro APO* | Vollformat – RF | 2:1 | manuell | Etwas kürzere Alternative zum 100 mm |
| Laowa 85 mm f/5,6 2x Ultra Macro APO* | Vollformat – RF | 2:1 | manuell | Sehr klein und leicht |
| Laowa 180 mm f/4,5 1,5x Ultra Macro APO | Vollformat – RF + EF | 1,5:1 | RF manuell – EF mit Autofokus | Tele-Makro mit großem Abstand zum Motiv |
| Laowa 25 mm f/2,8 2,5–5x Ultra Macro* | Vollformat – EF | 5:1 | manuell | Lupenobjektiv, Maßstab 2,5:1 bis 5:1 |
| Laowa 24 mm f/14 Probe | Vollformat – RF | 2:1 | manuell | Langes Röhrenobjektiv für Insektenperspektive |
| Mitakon 55 mm f/2,8 1–5x Macro | Vollformat | 5:1 | manuell | Lupenobjektiv, Maßstab 1:1 bis 5:1 |
| Mitakon APO 200 mm f/4 1x Macro | Vollformat | 1:1 | manuell | Tele-Makro mit sehr großem Arbeitsabstand |
| 7Artisans 60 mm f/2,8 2x Ultra-Macro | Vollformat | 2:1 | manuell | Günstiger Einstieg in 2:1 |
| TTArtisan 100 mm f/2,8 Tilt Macro 2x* | Vollformat RF | 2:1 | manuell | Mit Tilt-Funktion zum Verschwenken der Schärfeebene |
| AstrHori 85 mm f/2,8 Macro & Tilt* | Vollformat RF | 1:1 | manuell | Ebenfalls mit Tilt-Funktion |
| 7Artisans 60 mm f/2,8 Macro II | APS-C | 2:1 | manuell | Sehr günstig, für R7, R10, R50 |
Angaben laut Hersteller- und Händlerlisten, Stand Oktober 2026. Ein Makroobjektiv mit Autofokus von Sigma oder Tamron gibt es für Canon RF derzeit nicht. Alternativ lassen sich ältere EF-Makros von Sigma und Tamron mit dem Adapter EF-EOS R nutzen.
Laowa hat sich in den letzten Jahren als optisch und mechanisch sehr gute Alternative für Makroobjektive entwickelt. Viele Objektive sind mit manueller Fokussierung. Da einige davon für einen Abbildungsmaßstab bis zu 2:1 ausgelegt sind, lässt man einen überflüssigen Autofokus einfach weg. Dadurch kann kompakter und preisgünstiger produziert werden. Im Sortiment werden auch ein Lupenobjektiv mit dem Laowa 25mm und mit dem 24mm Probe eine Spezialobjektiv für extreme enge Motivsituationen.
Alternative Makroobjektive für Canon Systemkameras
Derzeit können manche Fremdobjektiv mit EOS-Anschluss mit dem Canon Objektivadapter verwendet werden. Zum Teil gibt es aber auch technische Einschränkungen. Vor dem Kauf bitte erst bei Canon und dem Objektivhersteller informieren, welche Funktionen mit dem Adapter funktionieren. Dies kann sich durch Firmware-Updates beim Objektivhersteller auch jederzeit ändern.
Canon Makroobjektive
Original- oder Fremdhersteller? Diese Frage bewegt Fotografen seit es Objektive von anderen Herstellern gibt. Sofern ich es mir leisten kann, tendiere ich meist zu den Original-Herstellern. Mal abgesehen von der hervorragenden optischen Qualität, ist hier auch meist die mechanische Qualität hervorragend. Und bei guter Behandlung ist bei Original-Objektiven auch der Wiederverkaufswert meist höher als bei Fremdprodukten.
Fremdobjektive kaufe ich, wenn es nichts vergleichbares vom Kamerahersteller gibt oder der Preis überproportional teurer ist. Das ist allerdings nur meine persönliche Meinung. Inzwischen gibt es von einigen Fremdherstellern auch richtig gute Makroobjektive. Laowa bietet ein breites Sortiment als mögliche Alternative.
Noch ein Hinweis zu Lupenobjektiven. Für Einsteiger mag der Abbildungsmaßstab 5:1 verlockend sein. Man wird damit allerdings kaum noch Aufnahmen aus der freien Hand machen können. Man wird damit kaum scharfe Motive ohne Focus Stacking realisieren können. Die Schärfentiefe beträgt in diesem Bereich nur einen oder einen Bruchteil eines Millimeters. Ohne Focus Stacking wird man kaum Aufnahmen mit dem gewünschten Schärfenbereich erzielen. Für den Einstieg in die Makrofotografie sind da die üblichen Objektive bis Abbildungsmaßstab 1:1 sicherlich die bessere Wahl. Wer später noch näher an ein Motiv heran möchte, kann dann immer noch ein Lupenobjektiv in Betracht ziehen.
Häufige Fragen und Antworten über Canon Makroobjektive
Welche Makroobjektive gibt es für Canon-Systemkameras mit RF-Bajonett?
Das wichtigste ist das RF 100 mm F2,8 L Macro IS USM mit einem Abbildungsmaßstab von 1,4:1. Dazu kommen kompakte Halbmakros mit 1:2: das RF 24 mm F1,8, das RF 35 mm F1,8 und das RF 85 mm F2, jeweils als Macro IS STM. Über einen Adapter lassen sich außerdem alle EF-Makroobjektive nutzen.
Welches Canon-Makroobjektiv eignet sich am besten für Insekten?
Für Insekten ist das RF 100 mm F2,8 L Macro die beste Wahl. Es bietet genug Abstand zum Motiv, einen schnellen Autofokus und einen Bildstabilisator. Wer noch mehr Abstand braucht, greift zum älteren EF 180 mm f/3,5 L Macro mit Adapter. Kurze Brennweiten wie 35 mm sind für scheue Insekten weniger geeignet.
Was ist die SA-Steuerung beim RF 100 mm L Macro?
SA steht für sphärische Aberration. Mit einem eigenen Ring am Objektiv veränderst du gezielt, wie weich die Unschärfe vor und hinter dem Motiv aussieht. So kannst du ein besonders weiches Bokeh oder einen leichten Weichzeichner-Effekt erzeugen. Für normale, scharfe Makrofotos lässt du den Ring einfach in der Mittelstellung.
Kann ich EF-Makroobjektive an Canon-RF-Kameras verwenden?
Ja, mit dem Canon-Adapter EF-EOS R funktionieren EF-Objektive an allen RF-Kameras ohne Einschränkungen. Autofokus, Bildstabilisator und Blendensteuerung bleiben erhalten. Das ist interessant, weil gebrauchte EF-Makros wie das EF 100 mm f/2,8 L Macro IS USM oft deutlich günstiger sind als neue RF-Objektive und optisch weiterhin sehr gut.
Erreichen alle Canon-Makroobjektive den Maßstab 1:1?
Nein. Das RF 100 mm L schafft sogar 1,4:1, die EF-Makros mit 60, 100 und 180 mm erreichen 1:1. Die kompakten RF-Makros mit 24, 35 und 85 mm sowie das ältere EF 50 mm f/2,5 Compact Macro erreichen dagegen nur 1:2. Für kleine Insekten ist mindestens 1:1 empfehlenswert.
Was ist der Hybrid-Bildstabilisator bei Canon-Makros?
Ein normaler Bildstabilisator gleicht vor allem Kippbewegungen aus. Im Nahbereich stören aber besonders Verschiebungen nach oben, unten oder zur Seite. Der Hybrid-IS gleicht beides aus. Canon setzt ihn unter anderem im EF 100 mm f/2,8 L Macro IS USM und im RF 100 mm L Macro ein. Das hilft beim Fotografieren aus der freien Hand.
Welches Canon-Makroobjektiv passt zu einer APS-C-Kamera?
Für RF-Kameras mit APS-C-Sensor wie die EOS R7, R10 oder R50 eignen sich das RF 35 mm F1,8 Macro und das RF 85 mm F2 Macro. Mit Adapter funktionieren auch die EF-S-Makros mit 35 und 60 mm. Das EF-S 35 mm Macro hat sogar eingebaute LED-Leuchten, die das Motiv aus nächster Nähe beleuchten.
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