Ein Telekonverter für die Makrofotografie? Warum nicht? Er erhöht die Brennweite und die kürzeste Naheinstellung eines Objektivs bleibt erhalten! Der Abbildungsmaßstab verbessert sich damit. Mit einem 2-fach-Konverter wird der Bildausschnitt halb so breit und halb so hoch. Ein Telekonverter hat aber auch seine Nachteile. Zusätzliche Linsen sorgen bei einem Objektiv fast immer für eine Verschlechterung der optischen Qualität.
Telekonverter werden vom Faktor 1,4 bis 3,0 angeboten. Der Faktor wird mit der Brennweite multipliziert. Die Blendenzahl wird mit dem Faktor multipliziert. Aus f/2,8 wird mit einem 2-fach-Konverter f/5,6. Die Naheinstellgrenze wird durch einen Telekonverter nicht verändert. Bei einem 2x Konverter werden aus 105mm 210mm Brennweite. Aus der Lichtstärke 2,8 werden 5,6. Telekonverter gab es früher es als 4 und 7er Linser. Aktuelle Telekonverter haben 5 bis 9 Linsen. Je mehr Linsen ein Telekonverter hat, desto besser ist die optische Qualität. Ein Telekonverter kostet heute je nach Hersteller etwa 300 bis 680 Euro für Original-Modelle. Konverter von Fremdherstellern gibt es schon ab etwa 200 – 300 Euro.
Definition: Ein Telekonverter verlängert die Brennweite um den Faktor 1,4 oder 2, ohne die Naheinstellgrenze zu verändern. Dadurch steigt der Abbildungsmaßstab, zum Beispiel von 1:1 auf 2:1, bei gleichem Abstand zum Motiv. Nachteile sind ein Lichtverlust von ein bis zwei Blendenstufen und etwas weniger Schärfe.
Inhaltsverzeichnis
Vorteile von Telekonverter in der Makrofotografie
- stärkeres Tele-Objektiv.
- günstiger Preis gegenüber einem neuen Objektiv.
- Verbessert den Abbildungsmaßstab.
- Der Arbeitsabstand zum Motiv bleibt gleich, ideal für scheue Insekten.
- Fokus auf unendlich bleibt möglich, anders als bei Zwischenringen.
- Der Autofokus funktioniert mit Original-Konvertern meist weiter.
- Lässt sich mit Zwischenringen kombinieren.
Nachteile von Telekonverter in der Makrofotografie
- Optische Schwächen vom Objektiv werden verstärkt.
- Optische Schwächen vom Telekonverter wirken sich negativ auf die Bildqualität aus.
- Lichtstärke wird reduziert.
- Nicht jedes Objektiv ist kompatibel.
- Der Autofokus wird langsamer, beim 2-fach-Konverter teils deutlich.
- Original-Konverter sind teuer.
Was ein Telekonverter an einem Makroobjektiv verändert
Die Tabelle zeigt dir am Beispiel eines 100-mm-Makroobjektivs mit Lichtstärke f/2,8 und Abbildungsmaßstab 1:1, was sich mit einem 1,4-fach- und einem 2-fach-Telekonverter ändert. Die Faktoren gelten für jedes kompatible Objektiv.
| Ohne Konverter | Mit 1,4-fach-Konverter | Mit 2-fach-Konverter | |
|---|---|---|---|
| Brennweite | 100 mm | 140 mm | 200 mm |
| Größte Blende | f/2,8 | f/4 | f/5,6 |
| Lichtverlust | – | 1 Blendenstufe | 2 Blendenstufen |
| Abbildungsmaßstab | 1:1 | 1,4:1 | 2:1 |
| Arbeitsabstand | unverändert | unverändert | unverändert |
| Bildqualität | volle Schärfe | kaum sichtbarer Verlust | sichtbarer Verlust, abblenden hilft |
Zusammenfassung Telekonverter in der Makrofotografie
Der Telekonverter multipliziert Brennweite, Blendenzahl und Abbildungsmaßstab mit seinem Faktor. Die Naheinstellgrenze und damit der Abstand zum Motiv bleiben gleich. Vor dem Kauf immer die Kompatibilitätsliste des Herstellers prüfen. Bei vielen Herstellern ist ein Telekonverter auf ein oder nur wenige Objektive optimiert worden. Also bitte vor dem Kauf beim Hersteller noch einmal genau informieren, ob der ausgewählte Telekonverter auch zum auserwählten Objektiv passt?
Nur in wenigen Situationen würde ich in der Makrofotografie zu einem Telekonverter greifen. Ein Grund wäre, dass man sowieso schon einen hat. Manche Objektive werden mit oder ohne Telekonverter angeboten. Ein weiterer Hauptgrund ist der unveränderte Aufnahmeabstand bei kleinerem Bildausschnitt.
Bei Fuji gibt es meist für die Zoomobjektive 50 – 140 mm und 100 – 400 mm auch einen oder zwei Telekonverter im Setpreis. Meist sind diese so sehr günstig einsetzbar. Auf Grund der Konstruktion mancher Objektive können die Fuji-Telekonverter allerdings nicht mit jedem Objektiv kombiniert werden. Teilweise würde der Tubus die hinterste Linse verkratzen oder beschädigen. Bei Fuji unbedingt vorher informieren für welches Objektiv der jeweilige Telekonverter verwendbar bzw. nicht verwendbar ist.
Wenn du Insekten oder Libellen im Flug fotografierst und deine Telebrennweite nicht ausreicht, kann ein Telekonverter aus Kosten- oder Platzgründen sinnvoll sein. Dann kann mangels Alternativen oder Kostengründen ein Telekonverter Sinn machen. Optisch besser ist immer ein Makro-Objektiv. Umkehrringe, ein Balgengerät oder Zwischenringe. Wenn es sehr günstig sein soll gehen auch Nahlinsen oder sichtbar bessere Achromate.
Hersteller von Telekonverter auf Amazon
- OM System MC-14 (1,4-fach)
- Fujifilm XF 1.4x TC WR
- Canon Extender RF 1.4x
- Nikon Z TC-1.4x
- Sony 1,4-fach (SEL14TC)
Häufige Fragen und Antworten über Telekonverter in der Makrofotografie
Wie funktioniert ein Telekonverter in der Makrofotografie?
Ein Telekonverter sitzt zwischen Kamera und Objektiv und verlängert die Brennweite, meist um den Faktor 1,4 oder 2. Die Naheinstellgrenze bleibt dabei gleich. Dadurch steigt der Abbildungsmaßstab um denselben Faktor. Aus einem Makroobjektiv mit 1:1 wird mit einem 2-fach-Konverter ein Makro mit 2:1, bei gleichem Abstand zum Motiv.
Welche Makroobjektive kann ich mit einem Telekonverter verwenden?
Nicht jedes Makroobjektiv passt an einen Telekonverter. Bei vielen Objektiven ragt der Konverter zu weit ins Objektiv hinein. Kompatibel sind zum Beispiel das Fujifilm XF 80 mm Makro, das OM System 90 mm Makro und das Canon EF 180 mm L Makro. Prüfe vor dem Kauf immer die Kompatibilitätsliste des Herstellers.
Wie viel Licht verliere ich mit einem Telekonverter?
Ein 1,4-fach-Konverter kostet eine Blendenstufe Licht, ein 2-fach-Konverter zwei Blendenstufen. Aus Blende f/2,8 wird also f/4 bzw. f/5,6. Im Makrobereich kommt der Lichtverlust durch den großen Abbildungsmaßstab noch hinzu. Die Kamera gleicht das bei der Belichtung aus. Du brauchst aber mehr Licht, einen Blitz oder eine höhere ISO.
Telekonverter oder Zwischenring, was ist für Makro besser?
Der große Vorteil des Telekonverters: Der Arbeitsabstand zum Motiv bleibt gleich. Das ist ideal für scheue Insekten. Mit Zwischenringen musst du dagegen näher heran. Dafür enthalten Zwischenringe kein Glas und sind deutlich günstiger. Beide lassen sich auch kombinieren, um noch stärkere Vergrößerungen zu erreichen.
Leidet die Bildqualität unter einem Telekonverter?
Ein Telekonverter enthält zusätzliche Linsen und verringert die Schärfe etwas. Beim 1,4-fach-Konverter ist das meist kaum sichtbar, beim 2-fach-Konverter deutlicher. Am besten funktionieren Original-Konverter, die auf die Objektive des Herstellers abgestimmt sind. Blende um ein bis zwei Stufen ab, dann werden die Bilder spürbar schärfer.
Weitere Fototechnik für die Makrofotografie
- Kameras für die Makrofotografie
- Nahlinsen für die Makrofotografie
- Achromaten für die Makrofotografie
- Umkehrringe für die Makrofotografie
- Zwischenringe für die Makrofotografie
- Balgengerät in der Makrofotografie
- Makroobjektiv in der Makrofotografie
- Nahaufnahmen ohne Makroobjektiv
- Makro-Zoom-Objektive
- Lupenobjektive in der Makrofotografie
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