Achromate in der Makrofotografie

Nahlinsen sind ein guter Einstieg in die Fotografie von Makro-Motiven. Gerade für Fotografen die erst einmal testen wollen ob ihnen Nahaufnahmen Spaß machen? Für rund 40 – 50 € bekommt man schon ein Set mit vier verschiedenen Dioptrien. Im Prinzip spottbillig.

Dennoch entstehen bei Nahlinsen chromatische Aberrationen. Farbsäume werden in manchen Bildbereichen sichtbar. Diese Farbfehler können nur durch ein Linsensystem korrigiert werden. Dieses sorgt dafür, dass rotes und blaues Licht auf denselben Brennpunkt treffen. Farbsäume werden dadurch weitgehend vermieden.

So bieten einige Hersteller hochwertiger Produkte auch Vorsatz-Achromaten für Nahaufnahmen an. Da es hochwertig korrigierte Linsensysteme sind, kosten diese bereits um einiges mehr als eine einfache Nahlinse. Wer aber eine bessere optische Bildqualität haben möchte, hat mit einem Vorsatz-Achromaten eine optisch hochwertigere Lösung.

Achromat mit Schraubanschluss
Achromat mit Schraubanschluss

Kurze Definition: Ein Vorsatz-Achromat ist eine zweilinsige, farbkorrigierte Nahlinse. Er liefert deutlich schärfere Bilder mit weniger Farbsäumen als eine einfache Nahlinse, kostet kein Licht und wirkt an Telezooms besonders stark. Bekannte Modelle sind die Raynox DCR-150 und DCR-250.

Vorteile von Vorsatz-Achromaten

  • Für jedes Objektiv mit passendem Filtergewinde einsetzbar. Am meisten bringen sie an Tele- und Zoomobjektiven.
  • Alle Automatiken und Messungen einer Kamera funktionieren mit einem Achromaten, da er vor dem Objektiv angebracht ist.
  • Kein Lichtverlust wie bei Zwischenringen und Balgengeräten.
  • Bessere optische Qualität als einfache Nahlinsen. Keine oder stark reduzierte chromatische Aberration.

Nachteile von Vorsatz-Achromaten

  • Fokus auf unendlich ist nicht mehr möglich, der Arbeitsabstand ist durch die Stärke festgelegt
  • Sie sind teurer und schwerer als Nahlinsen.
  • Der Einsatz an Objektiven mit verschiedenen Objektivdurchmessern erfordert verschieden große Achromate oder den Einsatz von Step-up-Ringen.
  • Bei manchen optischen Konstruktionen kann es zu Vignettierungen (= Abschattungen in den Bildecken) kommen.
  • Klemmadapter wie bei Raynox passen nur an Filtergewinde von 52 bis 67 mm.

Achromate für die Makrofotografie im Überblick

Die Tabelle zeigt dir bekannte Vorsatz-Achromate mit ihrer Stärke und Befestigung. Der Aufnahmeabstand gilt, wenn das Objektiv auf unendlich eingestellt ist. Er berechnet sich wie bei Nahlinsen: 100 geteilt durch die Dioptrien ergibt den Abstand in Zentimetern.

AchromatDioptrienAufnahmeabstandBefestigungPasst gut an
Canon 500D+2ca. 50 cmSchraubgewindeTelezooms ab 200 mm
Marumi DHG Achromat Macro 330+3ca. 33 cmSchraubgewindeTelezooms 150–300 mm
Canon 250D+4ca. 25 cmSchraubgewindeTelezooms 100–200 mm
Raynox DCR-150+4,8ca. 21 cmKlemmadapter 52–67 mmTelezooms und Kompaktkameras
Marumi DHG Achromat Macro 200+5ca. 20 cmSchraubgewindeBrennweiten 100–200 mm
Raynox DCR-250+8ca. 12,5 cmKlemmadapter 52–67 mmBrennweiten um 100 mm und Makroobjektive

Herstellerangaben. Je stärker der Achromat, desto kürzer der Arbeitsabstand. Die Canon-Achromate sind teilweise nur noch gebraucht erhältlich.

Worauf beim Kauf von Achromate achten?

Wichtigstes Kriterium ist die Stärke in Dioptrien. Sie sollte zur Brennweite deines Objektivs passen. An Telezooms mit 200 bis 300 Millimetern reichen +2 bis +4 Dioptrien. An kürzeren Brennweiten um 100 Millimeter brauchst du +5 bis +8 Dioptrien, um eine deutliche Vergrößerung zu erzielen. Bedenke dabei: Je stärker der Achromat, desto kürzer wird der Abstand zum Motiv.

Prüfe danach die Befestigung. Achromate zum Einschrauben müssen zum Filterdurchmesser deines Objektivs passen. Mit einem Step-up-Ring kannst du einen größeren Achromaten auch an Objektiven mit kleinerem Gewinde verwenden. Modelle mit Klemmadapter, wie die von Raynox, passen ohne weitere Ringe an Filtergewinde von 52 bis 67 Millimetern.

Achte darauf, dass es sich um einen echten Achromaten handelt. Er besteht aus mindestens zwei verkitteten Linsen. Manche günstigen Angebote werden als Makrolinse beworben, haben aber nur ein einfaches Linsenelement. Ein Blick in die technischen Daten hilft. Eine Mehrschichtvergütung verringert zusätzlich Reflexe bei Gegenlicht.

Auch das Gewicht spielt eine Rolle. Große Achromate sind schwer und machen kleine Objektive kopflastig. Zudem können dicke Fassungen an kurzen Brennweiten dunkle Bildecken verursachen.

Wer sparen möchte, schaut auf dem Gebrauchtmarkt. Hochwertige Achromate wie die Canon 250D und 500D sind dort oft günstig zu finden. Glas verschleißt nicht, Kratzer auf der Linse solltest du aber ausschließen.

Zusammenfassung über Achromaten in der Makrofotografie

Einfache Nahlinsen sind meist der günstigste Einstieg in die Makrofotografie. Wem die optische Qualität nicht ausreicht, dem bieten Vorsatz-Achromaten eine hochwertigere Alternative.

Sehr gute optische Qualität haben die Achromaten von Raynox. Wobei die Qualität meist auch von der Kombination Objektiv + Achromat abhängt! Da lässt sich keine pauschale Aussage machen. Ein weiterer Vorteil der Raynox-Achromaten ist die Verwendung für mehrere Objektivdurchmesser durch einen Schnappmechanismus! Das erspart den Kauf weiterer Step-up-Ringe. Allerdings können beide Raynox-Achromaten nur an Filtergewinde von 52 bis 67 mm geklemmt werden.

Verfügbar bei Amazon:

Achromat von Raynox
Achromat von Raynox

Ob ein Vorsatz-Achromat das qualitative Maximum ist, wird meist vom Motiv und den Aufnahmebedingungen abhängen. Eine bessere optische Qualität kann man mit Zwischenringen, teilweise Telekonverter, Balgengeräten und Makro-Objektiven erzielen.

Häufige Fragen und Antworten über Achromate in der Makrofotografie

Was ist ein Achromat in der Makrofotografie?

Ein Achromat ist eine hochwertige Nahlinse aus zwei miteinander verkitteten Linsen aus unterschiedlichen Glassorten. Diese Bauweise gleicht Farbfehler weitgehend aus, die bei einfachen Nahlinsen als Farbsäume sichtbar werden. Du schraubst oder klemmst den Achromat vorne auf dein Objektiv und kommst so deutlich näher an dein Motiv heran, ohne Licht zu verlieren.

Welcher Achromat passt zu meinem Objektiv?

Achte zuerst auf den Filterdurchmesser oder darauf, ob es einen Klemmadapter gibt. Entscheidend ist dann die Stärke in Dioptrien. An Telezooms mit 200 bis 300 Millimetern reichen +2 bis +4 Dioptrien für einen großen Abbildungsmaßstab. An kürzeren Brennweiten um 100 Millimeter brauchst du stärkere Achromate mit +5 bis +8 Dioptrien.

Welche Achromate sind empfehlenswert?

Beliebt sind die Raynox DCR-150 mit +4,8 und die DCR-250 mit +8 Dioptrien. Sie werden mit einem Universal-Klemmadapter für Filtergewinde von 52 bis 67 Millimetern befestigt. Marumi bietet Achromate mit +3 und +5 Dioptrien zum Einschrauben an. Sehr gut sind auch die Canon-Achromate 500D mit +2 und 250D mit +4 Dioptrien.

Kann ich einen Achromat mit einem Makroobjektiv kombinieren?

Ja, das ist ein beliebter Trick, um über den Abbildungsmaßstab 1:1 hinauszukommen. Ein Achromat vor einem Makroobjektiv vergrößert das Motiv deutlich stärker, ohne Licht zu kosten. Der Arbeitsabstand wird dabei allerdings sehr kurz, und die Schärfentiefe sinkt weiter. Ein Stativ und Focus Stacking helfen, trotzdem scharfe Ergebnisse zu bekommen.

Achromat oder Zwischenring, was ist besser?

Beides hat seine Stärken. Ein Achromat kostet kein Licht, ist schnell aufgesetzt und wirkt an langen Brennweiten besonders stark. Zwischenringe enthalten kein Glas, verschlucken aber Licht und bringen an kurzen Brennweiten mehr Vergrößerung. Für Telezooms ist der Achromat meist die bessere Wahl, für Normal- und Makroobjektive eher der Zwischenring.

Weiterführende Informationen über Hilfsmittel für die Makrofotografie