Stativ in der Makrofotografie

Fototechnik

Ein Stativ sollte stabil sein und Erschütterungen dämpfen, damit diese nicht zu Verwackelungen führen können.

Stabil dürfte klar sein?

Oder doch nicht? Billige Stative sind das meist nicht. Wer beim Stativ spart, kauft mit hoher Wahrscheinlichkeit ein zweites Stativ. Billigprodukte sind meist recht labil und bringen meist nicht die gewünschte Stabilitiät.

Bei einer Spiegelreflexkamera verursacht der Spiegelschlag Schwingungen, welche bei längeren Verschlußzeiten zu Verwacklungsunschärfe führen können. Das kann man auch nicht mit dem teuersten Stativ lösen. Da hilft nur eine Kamera mit Spiegelvorauslösung oder eine ohne Spiegel. Beim ersten Auslösen wird der Spiegel hochgeklappt. Man wartet kurz bis die Vibration vorüber ist. Bei der zweiten Auslösung wird die Aufnahme gemacht. Das Foto ist gestochen scharf. Ohne Spiegelvorauslösung sind über 90% der Aufnahmen leicht bis stark verwackelt und unscharf. Auch mit Stativ.

Ein LKW fährt vorbei. Der starke Dieselmotor kann ebenfalls Vibrationen verusachen. Ist das Stativ stabil und aus sehr steifem Material, kann dies ebenfalls bei längeren Belichtungszeiten zu Verwackelungen bei den Fotos führen!

Es gibt Materialien die Schwingungen besser aufnehmen und kompensieren können. Eschenholz ist hier bestens geeignet. Ein Grund warum die Firma Berlebach ihre Stative aus diesem Holz macht!

Welches Stativ für die Makrofotografie?

Da gibt es keine allgemeingültige Antwort. Es kommt darauf an. Es kommt auf den Motivbereich und den Aufnahmeort an.

Fotografiert man im Studio kann es ein schweres Studiostativ oder ein anderes schweres und stabiles Dreibeinstativ sein.

Sobald man allerdings im Freien Nahaufnahmen machen möchte, ist solch ein Stativ keine Lösung. Für Aufnahmen im Freien sollte es schon leichter sein. Kompakter sollte es sein. Weit nach unten sollte man damit gehen können.

Wenn man Insekten oder andere kleine Tiere oder Gegenstände fotografieren möchte, wäre ein flexibler Einsatz und Einstellmöglichkeiten eine Erleichterung. Das Stativ sollte man sehr niedrig einstellen könne. Eine lange Mittelsäule ist da bereits ein Hindernis. Bei manchen Stativen kann man die Mittelsäule umdrehen. Allerdings ist das Fotografieren mit einer Kamera unter einem Dreibeinstativ kein Vergnügen. Man muß dabei immer darauf achten, das keines der drei Beine im Bild auftaucht.

Kriterien für eine Stativ für die Makrofotografie:

  • geringes Gewicht
  • niedrige Einstellhöhe
  • Sehr kurze, kürzbare oder gar keine Mittelsäule um in den Bodenbereich gehen zu können.
  • Auslegearm um die Kamera seitlich versetzt positionieren zu können.
  • gute Dämpfung von Erschütterungen

Stative mit geringem Gewicht

Geringes Gewicht bedeutet geringere Stabilität. Wobei dies auch stark vom Material abhängt. Die beiden Faktoren stehen meist im gegenseitigen Verhältnis. Zu labil sollte das Stativ nicht sein. Es soll ja keine Verwacklungen fördern. Zudem sind leichtere Materialien meist auch teurer.

Am leichtesten sind derzeit Stative aus Carbon. Allerdings sind es auch die teuersten. Als leichte Alternative kommt da Aluminium in Frage. Diese Stative sind zwar etwas schwerer als Cabronstative aber immer noch leichter als Stative aus schweren Metallen oder Eschenholz.

Wenn Geld keine Rolle spielt ist ein Carbon-Stativ die wahrste Freude. Gitzo ist auf Grund seiner robusten Qualität bei vielen Berufsfotografen die erste Wahl. Etwas günstiger gibt es einige Carbon-Stative auch von Manfrotto, Sirui und Benro.

Die Auswahl an Alu-Stativen ist dagegen schon viel größer. Meist sind lediglich die Beine aus Aluminium. Die anderen Bauteile sind aus Qualitätsgründen aus dickeren bzw. stabileren Materialien. Gute Hersteller sind hier Manfrotto, Vanguard, Siriu und Benro.

Berlebach bietet auch Eschenholz-Stative in kleineren Ausfühurung an, welche sich gerade für die Makrofotografie im Freien eignen. Einige Modelle haben keine Mittelsäule. Damit kann man bis runter auf den Boden. Nachteil ist allerdings eine geringe Arbeitshöhe. Solch ein spezielles Makro-Stativ eignet sich nur für diesen speziellen Einsatz.

Stativ mit niedriger Einstellhöhe

Ein Stativ für Makroaufnahmen im Bodenbereich muß man ganz nach unten fahren bzw. spreizen können. Die drei Beine brauchen also eine fast waagerechte Einstellmöglichkeit. Eine Mittelsäule wäre hier ein Hindernis. Also am besten ein Stativ ohne Mittelsäule oder einer sehr kurzen. Manche Hersteller haben bei einigen Modellen sogar eine kurze Mittelsäule im Lieferumfang beinhaltet. Andere Hersteller verzichten auf die Mittelsäule.

Für die Makrofotografie mit niedrigen Aufnahmestandpunkten eignen sich beide Lösungen sehr gut.

Bei Gitzo gibt es sowohl eine kurze Mittelsäule als Zubehör als auch Ausführungen ohne Mittelsäule. Siriu hat bei einigen Stativen bereits eine kurze Mittelsäule im Lieferumfang dabei. Berlebach hat einige Eschenholz-Stativ ohne Mittelsäule im Lieferprogramm. Bei Manfrotto kann bei den besseren Stativen die Stativsäule entfernt werden, damit man auch mit niederen Standpunkt fotografieren kann.

Stativ mit Einstellschlitten

Stativ mit Einstellschlitten

Ob keine oder eine kurze Mittelsäule hängt von der Anwendung ab. Dabei sollte man auch darauf achten, wie weit man die drei Stativbeine nach unten spreizen kann.

Eine Alternative bei Stativen mit langer Mittelsäule ist das Umdrehen der Mittelsäule! Dies ist allerdings nicht bei jedem Stativ machbar. Am besten im Fotoladen ausprobieren. Über diese Lösung kann man mit der Kamera bis zum Boden herunter gehen und fotografieren! Bei Kameras mit Live-View-Möglichkeit eine gute Möglichkeit für Aufnahmen im Bodenbereich. Dennoch ist das Arbeiten mit solch einer Kamerastellung oft umständlich, da man darauf achten muß, daß kein Stativbein im Bild oder vor dem Monitor bzw. Sucher ist.

Auslegearm für Makroaufnahmen

Einige Stativhersteller bieten als Zubehör einen Auslegearm an. Dieser kann ähnlich der Mittelsäule, quer befestigt werden. Damit kann man dann die Kamera seitlich bewegen und positionieren.

Für manche Nahaufnahmen ist man dadurch fleixbler in den Einstellmöglichkeiten und muß nicht das ganze Stativ bewegen.

Wenige Stative oder Stativ-Sets, welche für den Makrobereich konstruiert sind, werden bereits mit Auslegearm angeboten.

Achtung! Durch die seitlicher Verlagerung der Kamera reduziert sich auch die Stabilität eines Statives. Um dies auszugleichen müßte man für einen richtig festen Stand auf der anderen Seite oder unter dem Dreibeinstativ ein Ausgleichsgewicht hängen. Bei einigen Stative gibt es Gewichte als Zubehör. Ich hänge meine Fototasche darunter. Mit einigen Objektiven sind das auch meist 2-5 Kg die zur Stabilität beitragen.

Das geht allerdings nur bei hohen Stativeinstellungen. Wenn man im Bodennähe fotorafiert, ist die Fototaschen-Alternative nicht realisierbar.

Dämpfung gegen Erschütterungen beim Stativ

Wer noch nicht so oft mit einem Stativ fotografiert hat unterschätzt, dass Erschütterungen jeglicher Art ein Foto verwackeln können. Verwacklungen können nur bei längeren Verschlusszeiten auftreten. Wer mit Balgengeräten oder Zwischenringen fotografiert, wird schnell längere Verschlusszeiten erreichen. Blitz oder Stativ ist dann meist die Frage? Ok, Stativ und Blitz geht auch. Damit würde man Bewegungsunschärfe durch Vibrationen auch vermeiden können.

Es gibt dennoch Motive die man ohne Blitz, nur mit dem Stativ und längerer Belichtungszeit aufnehmen möchte. In solchen Situationen ist ein Stativ von Vorteil, welches Erschütterungen sehr gut aufnimmt und nicht weitergibt.

Spiegelreflexkameras sollten eine Spiegelvorauslösung haben, da der Spiegelschlag auch Erschütterungen und Verwacklungen verursacht.

In dem Fall sind Kameras ohne Spiegel im Vorteil 😉

Die besten Dämpfungseigenschaften bei Stativen hat Eschenholz. Einziger Hersteller ist hier Berlebach. Eschenholz ist sehr stabil und das Holz fängt auch Vibrationen und Schwingungen sehr gut auf und gibt diese nicht an die Kamera weiter.

Carbon, Aluminium und andere Metalle sind realiv steifen Materialen, welche Erschütterungen weiterleiten können!

Braucht man überhaupt ein Stativ für die Makrofotografie?

Es kommt darauf an. Es gibt durchaus Makrofotografen die Fotografieren mit einem Lupenobjektiv im extremen Abbildungsmaßstab 3:1 oder sogar 5:1 frei Hand kleine Insekten. Dazu gehört allerdings sehr viel Übung und ein schneller Motor und ein gutes Display mit Vergrößerungsfunktion. Viel Ausschuß ist dabei normal.

Bei den meisten Makroaufnahmen erzielt man mit einem Stativ schärfere Fotos. Je näher man an ein Motiv geht, desto geringer wird die Schärfentiefe. Wenn man ein und ausatmet liegt die Schärfe schon nicht mehr am gewünchsten Punkt eines Motives.

Abhilfe bringt da wirklich nur ein Stativ.

Wenn der fotografische Schwerpunkt die Makrofotografie ist, gehört ein stabiles und flexibel verstellbares Stativ zur Grundausrüstung.

Welche Stative eignen sich sehr gut für die Makrofotografie?

Dies ist ur eine Auflistung möglicher Stative, welche möglichst viele der obigen Kriterien erfüllen. Welches das passende für den Einzelnen ist, hängt auch stark von den fotografischen Aufgaben und Motiven ab.

Die kleine Liste ist lediglch als Denkanstoss gedacht und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Berlebach Stative:

Berlechbach-Holz-Stative gibt es seit 1898! Das Unternehmen stammt aus dem Erzgebirge. Nach der Wende gab es lange Verhandlungen bis sich die Treuhandverwaltung endlich zu einer Privatisierung entschließen konnte. Es wurden neue Fertigungsmaschinen angeschafft und seit 1993 werden wieder hochwertige Stative aus Eschenholz in unterschiedlchen Ausführung produziert. Made in Germany!

Für Makrofotografen gibt es das Ministativ in vier Varianten.

Minimalhöhe 5 cm ohne Nivellierung oder 8 cm mit Nivellierung und 36 cm maximale Höhe. Alle drei Stativbeine kann man einzeln verstellen. Die Nivellierung ist eine Art fest eingebautes Halb-Kugelgelenk, welches um 25% nach unten geneigt werden kann.

Die Maxi-Ausführung hat längere Beine, welche eine Arbeitshöhe von bis zu 67 cm ermöglichen. Je nach Ausführung liegen diese speziellen Makrostative preislich zwischen 119 – 196€ (Stand 2015).

Die Stabilität ist bei den Mini-Stativen sehr gut. Die Dämpfungseigenschaften sind hervorragend und besser als bei jedem Stativ mit Metall-Beinen.

Gitzo Stative:

Ich habe einige Jahre im Fotogroßhandel gearbeitet. Von den über 500 Berufsfotografen haben gefühlte 95% mit einem Gitzo Dreibeinstativ gearbeitet.

Warum? Robust und selbst nach 25 Jahren gibt es noch Ersatzteile zum selber austauschen. Insbesondere Verschleißteile wie die Klemmung an den Beinen. Aber auch die anderen Bauteile können bei Verlust einzeln nachgekauft oder repariert werden.

Die meisten anderen Stativ-Hersteller existeren meist nicht so lange oder verweisen auf einen Neukauf.

Welche Gitzo-Stative eignen sich für die Makrofotografie?

Systematic

Von dieser Serie ist derzeit das Aluminium AL13 sehr gut geeignet. 1,6 Kg Gewicht. Belastbar bis 18 Kg!. Keine Mittelsäule. Arbeithöhe von 7,5 cm bis 35 cm. Im Prinzip ähnlich wie die Mini-Berlebach-Stative. Allerdings aus Aluminium. Höhenvertellbare Beine.

Die andere Systematic-Stative sind aus Carbon und haben eine höhere Arbeitsmindesthöhe. Somit eignen sie sich für viele Makro-Motive weniger.

Mountaineer

Carbon-Stative der Extraklasse. Preis ca. 600 – 1000 € je nach Ausführung. Mit dem Bodenhöhen-Set kann die Mittelsäule gegen eine Platte ausgetauscht werden. Die minimale Arbeitshöhe liegt so bei 14-17 cm! Das dürfte auch für sehr viele Makro-Aufnahmen in der Natur ausreichen. Mit den Arbeitshöhen von 132 – 178 cm mit Mittelsäule ist das Stativ auch sehr universell für andere fotografische Aufgaben gerüstet.

Die anderen Stativ-Serien eignen sich weniger für die Makrofotografie in der Natur, da man damit nicht soweit nach unten kommt. Wenn man allerdings viele Studio-Makros macht, kann man auch mit jedem hohen Stativ sehr gut Arbeiten.

Gitzo-Stative sind nicht gerade günstig. Dafür sind sie sehr robust. Auch bei häufigen Einsatz sind sie sehr langlebig. Und Verschleißteile gibt es bisher noch nach Jahrzehnten im Fachhandel zu kaufen.

Manfrotto Stative:

Mein erstes gutes Stativ war ein Manfrotto. Weniger für Makrofotos. Damals kam es meist für Landschaftsfotos und im Fotostudio zum Einsatz.

Das Sortiment ist sehr breit gefächert. Da findet man für jede Anwendung ein passendes Stativ. Das Preis- Leistungsverhältnis ist bei den meisten Produkten gut bis sehr gut. Man bekommt für gutes Geld gute bis sehr gute Qualität. Made in Italy.

Welche Manfrotto-Stative sind nun für die Makrofotografie geeignet?

Manfrotto 055er Serie
Ein Klassiker. Inzwischen gibt es Varianten aus Aluminium und Carbon mit 3 oder 4 Bein-Auszügen wodurch die Transportlänge kürzer wird. Auch beim Arbeiten sind dadurch kürzere Beine einsetzbar. Die Tragkraft liegt, je nach Modell, zwischen 8-9 Kg. Minimale Arbeitshöhe sind 9 cm. Alle drei Beine können über Raststufen gespreizt werden. Preislich liegen die Ausführungen zwischen 200 – 500 €. Der Hersteller bietet fast jedes Jahr auch Sets zum Sonderpreis mit Kugelkopf, Getriebeneiger oder Dreiwegeneiger an. Die Setpreise sind günstiger als ein Einzelkauf.

Manfrotte 190er Serie
Niedrigste Arbeitshöhe sind ebenfalls 9 cm. Alle drei Beine können genauso wie beim 055er nach unten gespreizt werden. Die Tragkraft liegt mit 4-6 Kg niedriger als beim 055er. Dafür ist es im Preis auch etwas günstiger. Auch hier gibt es fast jedes Jahr Set-Angebote.

Manfrotto Netoec Pro
ist derzeit ein Stativ für den sehr robusten Einsatz. Der patentierte Verschluß der Beinsegmente geht leichter und schneller von der Hand.

Das Alu-Profil ist nicht rund, sondern mit einem stabileren D-Profil. Minimale Arbeitshöhe sind 10 cm. Kosten ca. 500€ für 8 Kg Belastbarkeit.

Alle anderen Stative von Manfrotte können nicht soweit nach unten wie die beschriebenen eingesetzt werden. Zumindest für Naturfotografen im Freien, welche Insekten fotografieren wollen, sind diese weniger gut geeignet.

Preis- Leistungsverhältnis ist bei Manfrotto ganz gut. Die Verarbeitung ist auch gut. Bei den heutigen Stativen kommt auch italienisches Design zum Tragen. Einige der Manfrotto-Stative sehen auch noch gut aus.

Benro Stative:

Einige Stative sind unter Naturfotografen sehr beliebt, da sie in dem Bereich sehr flexibel eingesetzt werden können.

Die Informationen auf der deutschen Handelsvertretung sind allerdings sehr dürftig. Von dort wird man lediglich nach Großbritannien verwiesen und von dort an Benro USA.

Seltsame Firmenpolitik?

Die Modelbezeichnungen auf der US-Seite sind nicht immer mit der, der deutschen Handelsvertretung gleichlautend? Das macht die Infomöglichkeit nicht gerade einfach.

Die Stative gibt es aus Carbon und Aluminum in unterschiedlichen Höhen. Die minimale Arbeitshöhe liegt zwischen 13 – 17,5 cm. Preisklasse ca. 160 – 450 € je Stativ. Es gibt auch Modelle mit Querausleger.

Sirui Stative:

Sirui-Stative werden in China hergestellt. Ich arbeite seit einigen Jahren mit einem Sirui N1004 und bin höchst zufrieden. Es ist zu einem sehr gutem Preis- Leistungsverhältnis erhältlich und ein durchdachtes Stativsystem.

Es gibt eine breite Vielfalt an Stativ-Serien für jede Anwendung. Die meisten haben auch eine sehr niedrige Arbeitshöhe von 14-19 cm! Grund ist das man die Mittelsäule mit einer kürzeren Ausführung meist im Lieferumfang mitgeliefert bekommt oder man die Mittelsäule umgekehrt einsetzen kann. Dadurch kann man die drei Beine weit nach unten spreizen. Hervorragend für Makroaufnahmen in der Natur im Bodenbereich geeignet.

Die Stative sind aus leichtem Aluminium oder alternativ aus noch leichterem Carbon.

Für die Makrofotografie sind die Serien TX und ET sehr gut geeignet. Beide Serien haben eine kurze Mittelsäule im Lieferumfang und eine niedrigste Arbeitshöhe von ca. 125 – 140 mm. Sehr gut beim fotografieren bei Kälte sind die Kälteschutzgriffe! Diese sind bereits an zwei Stativbeinen montiert. Die Beine können in drei Stufen im Winkel verstellt werden.

Manche Stative gibt es auch alternativ mit Kugelkopft von Sirui. Solch einen habe ich auch und bin allerdings nicht restlos damit zufrieden. Die Kugelköpfe sind zwar günstig und mit Arca-Swiss-kompatibler Schnellwechselplatte. Allerdings ist die angegebene Tragkraft stark übertrieben und bei Kälte mit Minustemperaturen ziehen sich die Kunststoff-Klemmung stärker zusammen als die Metallteile. Die Folge ist eine stark verschlechterte Klemmung. Wenn es ein Kugelkopf sein muß, würde ich heute ein anderes Farbrikat wählen.

Die Stative selber sind aber sehr gut im Preis- Leistungsverhältnis.

Zusammenfassung:

Auch für Makrofotografen gibt es ein große Auswahl an Fotostativen.

Im wesentlichen ist es auch in der Makrofotografie stark abhängig welche Art von Makroaufnahmen man fotografieren möchte?

Benötigt man das Stativ lediglich für Aufnahmen im Makrobereich oder soll es auch für anderen Fotoaufgaben einsetzbar sein?

Die Berlebach Mini-Serie ist am besten für Makroaufnahmen im Bodenbereich geeignet. Je nach Ausführung zwischen 120 – 200 €. Eschenholz dämpft Schwingungen und Erschütterungen am besten.

Sirui hat einige Modelle die auch mit niedriger Arbeitshöhe glänzen. Je nachdem ob mit Alu oder Carbon ist man da mit 180 – 300 € dabei. Diese sind von der Arbeitshöhe auch für viele andere Fotoaufgaben einsetzbar.

Bei Manfrotto liegt die 190er oder 055er Serie zwischen 200 – 300 €. Jedes Jahr gibt es auch Set-Angebote mit Stativkopf und Tragetasche. Diese sind meist recht günstig. Um 500 € liegt das Neotec Pro. Ein sehr robustes Arbeits-Stativ, was sich auch sehr gut für Makrofotos eignet. Die Beinverstellung ist ein patentiertes System zur schnelleren Verstellung.

Bei Benro liegt man bei knapp 300 € für das Stativ mit Querausleger. Manche Natur-Makrofotografen schwören auf dieses Modell.

Bei Gitzo sind nur die Mountaineer für den Makrobereich im Bodenbereich geeignet. Das wäre dann der Rolls Royce unter den Makrostativen. Je nach Ausführung ca. 800 – 1000 €. Aber auch das Arbeitstier unter den Stativen. Sehr viele Fotoprofis arbeiten damit.

Unter 100 € gibt es kein stabiles Stativ, auch nicht für den Einsatz im Makrobereich.

Keine leichte Entscheidung. Die Preisspanne geht von 120 bis 1000 €. Ein sehr gutes Stativ für den vielseitigen Einsatz bekommt man bereits zwischen 200 – 300 €. Bei den teureren kauft man etwas geringeres Gewicht und patentierte Konstruktionen und Mechanismen.