Nikon Makroobjektive

Beratung

Wenn man die maximale Bildqualität im Nahbereich erzielen will, kommt man an einem Makroobjektiv nicht vorbei.

Makroobjektive sind zwar teurer als die meisten vergleichbaren Brennweiten. Und die Lichtstärke ist in einigen Fällen sogar geringer. Dafür sind die optischen Konstruktionen hervorragend für den Nah- und Makrobereich optimiert.

Sowohl die Linsen, das Linsensystem, als auch die Fokusierung sind für den Nahbereich ausgelegt. Für die Scharfeinstellung benötigt man im Nahbereich einen längeren Weg um exakt fokusieren zu können.

Je näher man an ein Motiv geht, desto unbrauchbarer wird ein Autofocus. Meist geht es mit manueller Fokusierung im Makrobereich besser und schneller!

Bei manchen Objektiven kann man den Fokusierbereich eingrenzen, damit der Autofokus nicht ewig die Schärfe sucht. Das ist bei bewegten Motiven ganz hilfreich, da sich dadurch die Chancen für einen Fototreffer erhöht. Bei 1:1 Aufnahmen aber dennoch meist nicht zu gebrauchen. Dort findet der Autofocus oft nicht genügend Kontrast oder der Fotograf kann den Bildauschnitt nicht exakt ruhig halten. Die Folge ist, daß der Autofocus hin- und herläuft ohne einen Focus zu finden. Der gewünschte Schärfepunkt ist da meist schwerz zu erwichen. Besser man macht die Scharfeinstellung manuell und ist damit oft präziser. Die Folge sind Makrofotos mit der Schärfe an der gewünschten Stelle.

Viele Makroobjektive haben eine Innenfocusierung. Dadurch verändert sich die Baulänge beim focusieren nicht. Die Frontlinse dreht sich beim focusieren auch nicht. Und das focusieren geht bei solch einer Konstruktion auch meist schneller, da nur ein Teil der Linsen und nicht der ganz Objektivtubus bewegt werden muß. Weniger Gewicht = schnellerer Aufofocus.

Ich möchte hier die aktuellen Makroobjektive die auf Nikon-Kameras passen auflisten. Ich werde die Vor- und Nachteile der jeweiligen Objektive aufzeigen. Wem die Nikon-Objektive zu teuer sind, findet bei Sigma und Tamron sehr gute und günstigere Alternativen.

Die Auflistung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Neben Nikon, Sigma und Tamron gibt es noch weitere Hersteller von Makroobjektiven für Nikon.

Makroobjektive für Nikon-Kameras:

Kurze Erläuterung der wichtigsten technischen Daten:

DX = Aufnahmechip bei Nikon, meist mit Crop-Faktor x1,5
FX = Aufnahmechip bei Nikon, der als Vollformat vergleichbar mit Kleinbildfilm ca. 24×36 mm ist.
ED = Spezialglas mit hoher Korrektur für maximale Bildqualität. Andere Hersteller verwenden und bezeichnen hier ihre optimierten Linsen mit APO oder DG.
Nanokristall-Vergütung = Die Frontlinse wurde damit behandelt. Mehr Brillanz und weniger Reflexe bei Gegenlicht.
Blendenlamellen = Je mehr davon, desto runder werden Lichtreflexe wiedergeben. Experten reden auch von einem schönen Bokeh. Bei den meisten Nikon-Makro-Objektiven sind die Blendenelemente noch aberundet um ein möglichst rundes Bokeh zu erzielen.
Silent-Wave-Motor = Ultraschallmotor für die Scharfeinstellung. Der ist schneller und leiser als ein Getriebemotor. Andere Hersteller nennen diese Technik auch anders.
Innenfokusierung = Baulänge verändert sich beim fokusieren nicht. Frontlinse dreht sich beim fokusieren nicht. Letzteres hat Vorteile beim Einsatz von Effektfiltern wie den Polfilter, da dadurch der Effekt nicht verdreht wird.
Stativschelle = Bei längeren oder und schweren Objektive dient diese für eine bessere Balance beim Stativeinsatz. Bei Makroobjektiven macht dies erst ab 150 mm aufwärts einen Sinn. Diese Modelle beinhalten alle eine Stativschelle im Lieferumfang.

Objektive von 40 – 60 mm Brennweite:

Die Brennweite für den Einstieg in die Makrofotografie. Bitte darauf achten, welches Objektiv sich für DX oder FX-Kamera eignet!

Für viele Motive einsetzbar. Auch Insekten kann man damit schon gut fotografieren. Wobei die höheren Brennweiten wegen des größeren Aufnahmestandpunktes oft Vorteile haben, da die Fluchtgefahr geringer wird.

Je näher man heran geht, desto eher wird man man zu den kurzen Brennweiten greifen, da diese etwas mehr Schärfentiefe als die Teles haben. Und diese etwas höhere Schärfentiefe ist auch schon häufig viel zu knapp. Damit eignen sich solche Brennweiten wiederum sehr gut für manche Insekten. Nicht alle Insekten flüchten wenn ein Fotograf auf sie zubewegt.

Für alle ruhigen Motive. Stillleben. Blumen, Pflanzen aber auch für die normale Fotografie sehr gut einsetzbar.

Das günstigste ist das 40er von Nikon. Ein Preisschnäppchen für jede DX-Kamera.

Das Tamron 60 ist auch für DX-Kameras geeignet. Es bietet mehr Brennweite und hat als einziges in diesem Brennweitenbereich eine Innenfokusierung.

Das Sigma EX 50er ist neben DX auch für FX geeignet. Die EX-Serie ist sehr hochwertig in der Haptik als auch in der optischen Qualität konstruiert und verarbeitet.

Das Nikon 60er lässt keine Wünsche offen. Für DX und FX geeignet. Nanokristall-Vergütung sorgt für eine hohe Brillanz der Bilder und vermeidet Lichtreflexe bei Gegenlicht.

Objektive von 85 – 105 mm mm Brennweite:

Ein leichtes Tele ist für aktive Kleintiere meist besser als die 40 – 60mm Brennweiten geeignet.

Für Libellen, Käfer, Insekten, Amphibien und Reptilien ergibt sich eine größere Aufnahmedistanz. Die Gefahr das ein Tier vorzeitig flüchtig ist geringer. Achtung! wir reden hier meist nur von ein 10 – 15 Zentimeter Unterschied!

AF-S VR Micro-Nikkor 105 mm 1:2,8G IF-ED

AF-S VR Micro-Nikkor 105 mm 1:2,8G IF-ED

Mehr Brennweite bedeutet auch, daß man ein Motiv besser freistellen kann. Freistellen, sodaß der Hintergrund unscharf verschwimmt.

Das Tamron ist mit Abstand der Preis- Leistungssieger in diesem Vergleich. Viele technische Features für wenig Geld. Und dennoch ist es in der optischen Qualität vergleichbar mit den anderen. Das einzige Makro-Objektiv in dieser Übersicht, welches vor Spritzwasser geschützt ist. Die erste Wahl für Outdoor-Fotografen.

Das Nikon 85 ist nur für die kleineren DX-Kameras geeignet. Sehr gutes Preis- Leistungsverhältnis.

Wem das Tamron mit 90 mm nicht reicht sollte das Sigma 105er in Erwägung ziehen. Nur etwas teurer bietet es fast alle technischen Möglichkeiten die ein Makro-Objektiv benötigt.

Das Nikon war mit einem Bildstabilisiator einer der Vorreiter in der 105er Brennweite. Inzwischen haben dies viele nachgemacht. Gewohnt sehr gute Qualität in der Verarbeitung und Optik. Wer maximale Qualität in Optik und Handling möchte, wird das Nikon kaufen.

Objektive von 150 – 200 mm Brennweite:

Ab 1 bis 1,6 Kg. Hier wird es schon unhandlicher und schwerer.

Genau richtig für Fotos von kleinen Tieren, wie Insekten …! Aber auch Blumen, Pilze und kleine Pflanzen lassen sich damit sehr schön künstlerisch freistellen.

Ein Stativ oder Bohnensack zur Stabilisierung gehört hier zur Grundausstattung dazu. Sonst steigt der Quote an unscharfen Fotos.

Bei den oberen Telebrennweiten wird die Auswahl dünner. Es gibt noch ein Micro-Nikkor 4/200 mm. Preislich für ca. 1700 €. Sehr gute Mechanik und optische Qualität. Allerdings auch veraltete Technik.

Hier bieten die Fremdhersteller meist mehr Technik und auch bessere optische Qualität in diesem Bereich. Das liegt aber an den jüngeren optischen Berechnungen für Digitalkameras. Das alte Nikon wurde noch für Kleinbildfilm berechnet.

Der Preishammer ist das 180er Tamron. Allerdings geht bei der Nikon D40, D40X und D60 kein Autofokus. Man kann aber manuell fokusieren. Unter 800 € dennoch sehr günstig. Schlicht und einfach. Sehr gute optische Qualität.

Wer mehr Komfort im Handling möchte wird mit den Sigma 150er seine Freude haben. Mit 1,1 Kg kann man diese gerade noch frei handeln. Aber auch hier erhöht ein Stativ oder Bohnensack die Erfolgsquote bei den Fotos. Das 180er wird mit 1,6 Kg schon recht schwer. Stativ oder Bohnensack werden hier oft zwingend erforderlich. Dafür bekommt man ein sehr gutes und vor allem lichtstarkes Makro-Objektiv im oberen Telebereich.

Zusammenfassung Makroobjektive für Nikon:

30-60 mm Makro-Objektive kann man auch sehr gut als Standard-Objektiv einsetzen. Es eignet sich bereits viele Motive im Nahbereich.

Wer er einen etwas größeren Aufnahmeabstand benötigt, da das Motiv flüchten könnte, sobald man ihm zu nah auf die Pelle rückt, wird mit einem 90 – 105 mm öfters einen Treffer landen. Aber auch für die kreativen Fotografen, die ein Motive gerne freistellen wollen ist das leichte Tele-Makro schon eine spürbare Erweiterung.

Wem das mittlere Tele noch zuwenig Freistellmöglichkeiten bietet, greift zum 150 – 200 mm Makro-Tele. Bei Tier- und Naturfotografen eine sehr beliebte Brennweite.

Die optische Qualität ist bei allen 3 Herstellern gut bis sehr gut. In der Verarbeitung und Haptik gefallen mir die Nikon-Objektive meist besser. Auch der Wiederverkaufswert von einem Nikon-Objektiv ist meist wessentlich höher als bei den meisten Fremkfabrikaten.

Für den Einstieg in die Makrofotografie bieten Sigma und Tamron dennoch optisch sehr gute Alternativen zu den Nikon-Makro-Objektive.