Makrofotos von Blumen

In dieser Galerie zeige ich dir Makrofotos von Blumen, die mit ganz unterschiedlichen Techniken entstanden sind. Blumen gehören zu den beliebtesten Fotomotiven überhaupt. Sie laufen nicht weg, sind fast überall zu finden und bieten im Nahbereich eine erstaunliche Vielfalt an Farben, Formen und Strukturen. Gerade deshalb ist es gar nicht so einfach, ein Blumenfoto zu machen, das sich von der Masse abhebt.

Eine rein dokumentarische Abbildung einer Blüte finde ich meistens etwas langweilig. Viel spannender ist es für mich, im Nahbereich kreativ zu werden. Die Blüte einer Strelitzie habe ich zum Beispiel noch analog mit der Nikon F100 als Doppelbelichtung aufgenommen, einmal scharf und einmal unscharf. So entsteht ein weicher, fast träumerischer Look. Heute lässt sich dieser Effekt auch mit zwei Aufnahmen vom Stativ in Photoshop nachbauen.

Ganz anders sind die Kakteenblüten entstanden. Sie habe ich im Fotostudio vor einem weißen Hintergrund aus Fotokarton fotografiert. Ein Studioblitz mit Softbox und indirektes Licht über die weiße Zimmerdecke sorgen für eine gleichmäßige Ausleuchtung. Durch den schlichten Hintergrund konzentriert sich der Blick ganz auf die Blüte. Die rot blühende Lobivia densispina wird heute übrigens zur Gattung Echinopsis gezählt.

Draußen in der Natur geht es dagegen oft um das Spiel mit der Unschärfe. Für ein luftiges Foto eines Gänseblümchens musste ich zweimal losziehen und mich immer wieder auf den Boden legen, bis der Aufnahmewinkel stimmte. Auch beim Löwenzahn war es zwischen den vielen Blüten nicht einfach, einen harmonischen Bildausschnitt zu finden. Eine Türkenbund-Lilie habe ich im Oytal im Allgäu fotografiert. Dort kamen die Fuji X-T2 und das XF 60 mm Makroobjektiv zum Einsatz.

Zu jedem Bild erfährst du, mit welcher Kamera und welchem Objektiv es entstanden ist und worauf es bei der Aufnahme ankam. Vielleicht bekommst du dabei Lust, selbst einmal mit Doppelbelichtung, Studiolicht oder einem weichen Hintergrund zu experimentieren. Viel Spaß beim Anschauen der Blumenfotos.

Alle Details stammen aus deiner Blumen-Galerie: Strelitzie, Kakteenblüten im Studio, Gänseblümchen, Löwenzahn und Türkenbund mit der jeweiligen Ausrüstung. So passt die Einleitung genau zu den Bildern darunter.

Um Blumen und Blüten fotogen in Szene zu setzen gibt es unendlich viele Wege. Ich zeige hier nur eine kleine Auswahl an Umsetzungen.

Strelitzie

Blüte einer Strelitzie
Blüte einer Strelitzie

Aufgenommen mit einer Nikon F100 und Micro-Nikkor 2,8/55mm. Das Foto entstand durch eine Doppelbelichtung. Einmal die Blüte scharf fotografiert. Und beim zweiten Mal unscharf fotografiert. Dadurch entsteht eine Art Weichzeichen-Effekt. Die Wirkung ist von der Brennweite, Blende und Aufnahmeabstand abhängig. Bei jedem Motiv meist anders. Da hilft nur testen.

Heute kann man diesen Effekt mit Photoshop gennauso simulieren. Ein Bild scharf aufnehmen. Das zweite unscharf aufnehmen. Am besten immer mit Stativ fotografieren, damit die beiden Bilder deckungsgleich sind. Dann in Photoshop in zwei Ebenen schieben und den Weichzeichen-Effekt prozentual nach persönlichem Geschmack einstellen. Falls gewünscht eventuell Details so maskieren, dass der Weichzeichner auf diesen Stellen nicht wirkt.

Kakteenblüten

Rot blühende Lobivia densispina
Rot blühende Lobivia densispina

Rot blühender Kaktus Lobivia densispina bzw. nach aktueller Nomenklatur Echinopsis densispina. Aufgenommen mit Nikon D7000 und 60 mm Micro Nikkor im Fotostudio mit Studioblitzgeräten ausgeleuchtet. Hintergrund durch Überbelichtung weiß freigestellt.

Kaktusblüte Lobivia varispina WK870
Kaktusblüte Lobivia varispina WK870

Beide Kakteenfotos sind im Fotostudio enstanden. Aufgenommen mit Nikon D7000 + Micro-Nikkor AF-D 2,8/60mm. Als Lichtquelle wurde ein Studioblitzkopf mit 400ws mit Softbox und indirekter Beleuchtung über weisse Zimmerdecke eingesetzt.

Als Hintergrund wurde ein weisser Fotokarton zu einer Hohlkehle positioniert. Schlicht und einfach. Durch den weissen Hintergrund kann sich der Betrachter 100%ig auf die Blüte konzentrieren.

Gänseblümchen

Makrofoto Gänseblümchen
Makrofoto Gänseblümchen

Andere Location andere Aufnahmetechnik. Das Gänseblümchen habe ich im Frühjahr 2015 mit dem Nikkor 2,8/105er aufgenommen. Ich wollte ein Blumenfoto, welches in schöner Unschärfe verschwimmt. Sieht einfach aus. Ist es in der Praxis allerdings nicht.

Beim ersten Fotospaziergang wurde kein Foto annähernd so wie es mir vorschwebte. Beim zweiten Spaziergang war ich schon mutiger und bin viel öfter auf den Boden gelegen um einen guten Aufnahmewinkel zu finden. Das obige Foto gefällt mir von allen Varianten am besten. Genauso luftig habe ich es mir vorgestellt.

Löwenzahn

Nahaufnahme Löwenzahn
Nahaufnahme Löwenzahn

Nah ran an das Motiv. Aber nicht zu nah, damit die Blütte nicht angeschnitten wird. Auch der blühende Löwenzahn ist ganz gut geworden. Auch hier war es bei den vielen Blüten nicht einfach einen halbwegs harmonisch wirkenden Bildausschnitt zu finden. Vorder- und Hintergrund werden sehr schön in Unschärfe aufgelöst.

Türkenbund Lilie (Lilium martagon)

Blüte Türkenbund Lilie (Lilium martagon)
Blüte Türkenbund Lilie (Lilium martagon)

Der Türkenbund wurde im Allgäu im Oytal aufgenommen. Zum Einsatz kamen die Fuji X-T2 und das XF 60 mm Makroobjektiv.

Häufige Fragen und Antworten über Makrofotos von Blumen

Welches Objektiv eignet sich für Makrofotos von Blumen?

Ein Makroobjektiv mit 60 bis 105 Millimetern ist ideal. Kürzere Brennweiten wie 60 mm eignen sich gut im Studio, längere wie 105 mm lösen den Hintergrund draußen weicher auf. Für den günstigen Einstieg reichen auch Nahlinsen, ein Vorsatzachromat oder Zwischenringe an einem vorhandenen Objektiv.

Welches Licht ist ideal für Blumenfotos?

Weiches, diffuses Licht bringt Farben und Strukturen am schönsten zur Geltung. Ein leicht bewölkter Himmel ist daher ideal. Bei praller Sonne hilft ein Diffusor zwischen Sonne und Blüte. Gegenlicht lässt dünne Blütenblätter leuchten. Im Studio sorgt ein Blitz mit Softbox oder indirektes Licht über eine weiße Decke für gleichmäßige Ausleuchtung.

Wie bekomme ich einen weichen, unscharfen Hintergrund?

Öffne die Blende weit, etwa auf f/2,8 bis f/4, und vergrößere den Abstand zwischen Blüte und Hintergrund. Eine längere Brennweite verstärkt den Effekt. Geh auf Augenhöhe mit der Blume und leg dich ruhig auf den Boden. Andere Blüten im Vorder- und Hintergrund werden so zu weichen Farbflächen.

Wie verhindere ich, dass Wind meine Blumenfotos verwackelt?

Fotografiere am frühen Morgen oder am Abend, dann ist es meist windstiller. Ein einfacher Windschutz aus Pappe hilft, oder du stellst dich selbst in den Wind. Eine Pflanzenklemme kann den Stängel festhalten. Wähle eine kurze Verschlusszeit und erhöhe dafür die ISO. Mach mehrere Aufnahmen und warte zwischen den Böen auf ruhige Momente.

Wie kann ich Blumen kreativ fotografieren?

Probiere eine Doppelbelichtung aus, bei der du die Blüte einmal scharf und einmal unscharf aufnimmst. Das ergibt einen weichen, träumerischen Look. Spiele mit Ausschnitten, die nur einen Teil der Blüte zeigen, oder mit Wassertropfen auf den Blütenblättern. Auch ein weißer Hintergrund im Studio lässt eine Blüte ganz neu wirken.

Dieser Artikel wurde zuletzt aktualisiert am